Decke einer Mehrzweckhalle eingestürzt

Bauunternehmer und Architekt haften für stümperhaft mit Nägeln befestigte Hallendecke

onlineurteile.de - Angesichts der auch für einen Laien erkennbar falschen Befestigung einer Decke mit glatten, senkrecht von unten hinein getriebenen Nägeln war es erstaunlich, dass die komplette Decke einer kommunalen Mehrzweckhalle erst acht Jahre nach der Einweihung herunterkam. Die Gemeinde verklagte nicht nur die Baufirma, sondern auch den für die Überwachung des Baus verantwortlichen Architekten auf Schadenersatz.

Dieser wehrte sich: Er habe sich darauf verlassen dürfen, dass der Bauunternehmer auch die Arbeiten an Dach und Hallendecke "handwerksgerecht" ausführen würde. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Celle entgeht der Architekt jedoch nicht der Haftung (6 U 194/92). Er hätte die Deckenbefestigung wenigstens stichpunktartig kontrollieren müssen, hielt ihm das Gericht vor.

Das sei schließlich ein kritischer, weil für die Statik des Gebäudes entscheidender Bauabschnitt. Dass Decken unsachgemäß befestigt werden, komme in der Baubranche auch nicht gerade selten vor. Damit habe der Architekt durchaus rechnen müssen. Die Richter verwiesen auf ihre einschlägige Erfahrung in mehreren Prozessen, in denen es um den Einsturz ähnlicher Deckenkonstruktionen gegangen war.