Dem Vater den Tod der Tochter verschwiegen

Der nacheheliche Unterhalt vom Ex-Mann wird der Mutter deswegen gestrichen

onlineurteile.de - Eine geschiedene Frau informierte ihren Ex-Mann nicht über den Selbstmord der gemeinsamen Tochter. Der Vater konnte deshalb nicht einmal an der Beerdigung teilnehmen. Den Nachlass der Tochter nahm die Mutter eigenmächtig an sich. Später beschuldigte sie den Vater auch noch, er habe den Tod der Tochter zu verantworten. Die vorangegangenen zwei Selbstmordversuche seien auf die familiäre Situation und speziell auf das Verhalten des Vaters zurückzuführen.

Wegen dieser Vorwürfe lehnte es der Mann ab, seiner Frau weiterhin nachehelichen Unterhalt zu zahlen. Das Oberlandesgericht Celle gab ihm Recht (19 UF 43/94). Mit ihrem offenkundigen Fehlverhalten habe die Frau die eheliche Solidarität selbst aufgekündigt, auf der ihr Unterhaltsanspruch beruhe.

Angetrieben von dem Bedürfnis nach Rache für tatsächliches oder vermeintlich erlittenes Unrecht habe die geschiedene Frau vor Bekannten und sogar vor Gericht versucht, ihrem Ex-Mann die Schuld am Tod der Tochter zu geben. Dabei habe diese in einem Abschiedsbrief erklärt, sie wolle wegen der Trennung von ihrem Freund nicht weiterleben.

Zudem weigere sich die Frau seit Jahren, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, obwohl ärztliche Atteste längst widerlegt hätten, dass sie - wie behauptet - erwerbsunfähig sei. Ihrem geschiedenen Ehemann sei es unter diesen Umständen nicht zuzumuten, weiterhin Unterhalt zu zahlen. Dabei berücksichtigte das Gericht auch, dass der Mann seiner Ehemaligen bereits jahrelang hohe Beträge überwiesen und nach der Scheidung einen Zugewinnausgleich von über 100.000 DM gezahlt hatte.