Einbruch bei gekipptem Fenster

Versicherung muss den Verlust wegen grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers nicht ersetzen

onlineurteile.de - Ein Mann bekam nach einem Einbruch in seine Erdgeschosswohnung Streit mit seiner Hausratversicherung. Diese weigerte sich, den Wert der gestohlenen Gegenstände zu ersetzen. Der Dieb konnte nämlich problemlos durch ein gekipptes Fenster einsteigen, nachdem er von außen den Fensterhebel umgelegt hatte. So habe der Versicherungsnehmer den Einbrecher geradezu eingeladen, fand der Versicherer.

Vor Gericht räumte der Bestohlene ein, dass er die Wohnung gegen 10.00 Uhr verlassen hatte und erst gegen 14.00 Uhr zurückgekommen war. Das Fenster habe er bewusst gekippt gelassen, weil sonst in der Wohnung eine muffige Luft entstehe. Die könne er wegen seiner Asthmakrankheit nicht ertragen. Das Amtsgericht Hattingen entschied, dass die Versicherung den Schaden nicht regulieren muss (21 C 60/93).

Eine Erdgeschosswohnung bei gekipptem Fenster mehrere Stunden zu verlassen, sei grob fahrlässig, erklärte der Amtsrichter: Dass sich ein gekipptes Fenster leicht von außen öffnen lasse, sei allgemein bekannt. Zum Problem der schlechten Luft hatte der Amtsrichter auch einen Tipp parat: Wenn bei geschlossenem Fenster die Wohnung muffig rieche, dann sei es am besten, das Fenster ein paar Minuten lang ganz zu öffnen. So erreiche man einen wesentlich intensiveren Luftaustausch als mit einem ständig gekippten Fenster.