Radfahrer mit 2,32 Promille

"Trunkenheit im Verkehr": Auch bei Radfahrern steht damit der Führerschein auf dem Spiel

onlineurteile.de - Bei einem Radfahrer wurden 2,32 Promille Alkohol im Blut festgestellt. Die Straßenverkehrsbehörde forderte ihn auf, die Zweifel an seiner "Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen" auszuräumen und ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorzulegen. Dem kam der Radfahrer nicht nach. Daraufhin entzog ihm die Straßenverkehrsbehörde den Führerschein der Klasse 3. Dagegen wehrte sich der Mann vergeblich - bis zur letzten Instanz.

Das Bundesverwaltungsgericht gab der Straßenverkehrsbehörde Recht (11 C 34.94). Zwar sei der Mann nicht als Kraftfahrer, sondern als Radfahrer durch Trunkenheit im Verkehr aufgefallen. Eine Blutalkoholkonzentration von mehr als zwei Promille deute jedoch darauf hin, dass der Radfahrer weit "überdurchschnittlich" an Alkoholkonsum gewöhnt sei. Deshalb bestehe durchaus ein Grund, an seiner Eignung für das Autofahren zu zweifeln.

Die Auflage, ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorzulegen, verstoße auch nicht gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Verkehrssünders. Autofahrer, die weitaus mehr an Alkohol gewöhnt seien als der "Normalverbraucher", gefährdeten im öffentlichen Straßenverkehr Menschenleben. Dem müsse man im allgemeinen Interesse durch strenge präventive Kontrollen entgegenwirken.