Violine - Arbeitsgerät oder Wertsache?

Hausratversicherung will nach einem Einbruch nur einen Teil des Geigen-Werts ersetzen

onlineurteile.de - Nach einem Einbruch in seine Wohnung erhielt ein Geiger von seiner Hausratsversicherung Ersatz für die gestohlenen Sachen. Über die ebenfalls verschwundene Violine im Wert von 25.000 DM gab es allerdings Streit. Der Versicherungsnehmer forderte Schadenersatz in voller Höhe, weil das Instrument als "Arbeitsgerät" zum Hausrat zähle. Dagegen berief sich die Versicherung darauf, dass es sich um eine Wertsache handle, für die eine Entschädigungsgrenze gelte.

Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf kann der Versicherungsnehmer für seine Violine keine volle Entschädigung verlangen (4 U 26/94). Das Instrument sei ein Wertgegenstand und gehöre gleichzeitig zum Hausrat. Das bedeute, dass es in der zwar prinzipiell in der Hausratversicherung mit-versichert sei. Dabei seien aber die Höchstgrenzen für Wertgegenstände zu beachten.

Die Versicherung müsse daher den Schaden nicht vollständig ausgleichen, der durch den Diebstahl der Violine entstanden sei. Schließlich wiesen die Richter noch darauf hin, dass eine private Musikinstrumentenversicherung das Risiko, so ein teures Arbeitsgerät zu verlieren, in voller Höhe abgedeckt hätte.