14-tägiger Bericht über die Kinder?

Vater lehnt gleichzeitig jedes Treffen mit den Kindern ab

onlineurteile.de - Nach der Scheidung Ende 2004 hatte die Mutter von vier Kindern wieder geheiratet. Das Sorgerecht für die Kinder teilten sich die Eltern, obwohl sie tief zerstritten waren. Einige Male traf sich der Vater mit den Kindern (gemäß der Umgangsregelung des Familiengerichts). Im Frühjahr 2005 schickte er der Ex-Frau eine Mail und kündigte an, er wünsche keine Treffen mehr, auch keine Kommunikation per Brief oder Telefon. Begründung: Er wolle keinerlei Kontakt mit ihrem neuen Ehemann.

Daraufhin bot die Mutter an, die Kinder zum Vater nach Hause zu bringen. Darauf reagierte er nicht. Von da an meldete sich der Vater nicht einmal mehr zu den Geburtstagen der Kinder, die sehr darunter litten. Trotzdem nehme er seine Verantwortung als Vater sehr ernst, betonte der Mann in einem Schreiben ans Familiengericht. Deshalb solle ihm seine Ex-Frau Auskunft erteilen über die Kinder (Gesundheitszustand, schulische Entwicklung etc.) und ihm alle 14 Tage einen Bericht schicken. Diese Forderung wies das Oberlandesgericht Brandenburg zurück (9 UF 87/07).

Es genüge, wenn ihn die Mutter alle drei Monate über die Entwicklung der vier Kinder informiere. Denn der Vater wäre "auf dem Laufenden", wenn er seine unvernünftige Verweigerung aufgäbe und den Kontakt mit seinen Kindern wieder aufnähme. Er verhalte sich widersprüchlich, wenn er einerseits behaupte, die Erziehung beeinflussen und sein Sorgerecht wahrnehmen zu wollen, andererseits aber jedes persönliche Treffen mit den Kindern ablehne. Angesichts dessen missbrauche der Mann sein Recht auf Auskunft, wenn er von seiner Ex-Frau eine Art Tagebuch über den Alltag der Kinder verlange.