Abzocke beim Partnervermittler

Vertraglich vereinbarte Leistung drastisch herabgesetzt ...

onlineurteile.de - Eine Frau wandte sich an eine Partnervermittlung, um zarte Bande zu knüpfen. Sie unterschrieb einen Vertrag, indem sich die Agentur verpflichtete, ihr gegen ein Entgelt von 1.542 Euro aus dem "Anschriftendepot" sechs Partneradressen zu nennen. Als die Kundin das nächste Mal im Büro erschien, war der Vertrag handschriftlich geändert worden: Nun sollte sie zum gleichen Preis vom Partnervermittler nur noch zwei Adressen bekommen. Das war der Frau zu viel, sie verlangte ihr Geld zurück.

Der Vertrag über die Partnervermittlung sei nichtig, entschied das Landgericht Köln, weil er nach der einseitigen Änderung gegen die guten Sitten verstoße (26 S 253/02). Das Unternehmen habe seine vertraglich geschuldete Leistung um zwei Drittel gekürzt, was zu einem groben Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung führe und die Kundin unverfroren übervorteile. Welche Kalkulation dem zu Grunde lag, habe der Partnervermittler vor Gericht - wohl aus gutem Grund - nicht erläutert. Daher könne die Kundin die gesamte Zahlung zurückfordern.