Aktien des Arbeitgebers erworben

Keine Aufklärungspflicht des Konzerns über drohenden Verlust, wenn der Börsengang scheitert

onlineurteile.de - Der Vertriebsingenieur arbeitete bei der B-GmbH, Tochterunternehmen eines Konzerns. 1999 informierte die GmbH ihre Mitarbeiter darüber, dass der Konzern im Jahr 2000 oder spätestens 2001 "an die Börse gehe". Der Ingenieur zeichnete daraufhin Aktien des Arbeitgebers, zum Ausgabepreis von 30.000 Euro.

Als sich Anfang 2001 der Aktienmarkt verschlechterte, beschloss das Unternehmen, den Börsengang zu verschieben. Für diesen Fall war eigentlich ein Rückkauf der Aktien durch eine GmbH vorgesehen, die jedoch zahlungsunfähig war. Damit war der Ingenieur sein Geld los, denn der Konzern nahm die Aktien nicht zurück. Empört hielt er dem Arbeitgeber vor, dass er die Aktien niemals erworben hätte, wenn er darüber korrekt informiert worden wäre. Der Arbeitnehmer verklagte den Konzern auf Schadenersatz.

Das Bundesarbeitsgericht wies seine Klage ab (8 AZR 568/05). Aktien, die vor einem Börsengang gezeichnet würden, könnten nicht zurückgegeben werden. Schon möglich, dass der Ingenieur das nicht gewusst habe. Trotzdem sei dem Unternehmen sei keine Verletzung der Aufklärungspflicht vorzuwerfen. Wer Aktien ausgebe und verkaufe, verpflichte sich damit nicht dazu, die Käufer allgemein juristisch zu beraten. Das gelte auch für Käufer, die bei Konzerntöchtern des Verkäufers beschäftigt seien.