Alkoholiker quält Freundin zu Tode

Er muss der Mutter der 28-Jährigen 50.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

onlineurteile.de - Widerfährt einem Menschen vor seinem Tod durch schuldhaftes Handeln anderer besonderes Leid, so dass ihm dafür Schmerzensgeld zusteht (d.h. zustände, wenn er es überlebt hätte), können Erben diesen Anspruch gegen den Schädiger geltend machen. Exemplarisch dafür der tragische Fall einer 28-jährigen Frau, die von ihrem alkoholsüchtigen Liebhaber getötet wurde.

Die Beziehung dauerte schon längere Zeit, obwohl sich die junge Frau von dem Mann bereits mehrmals getrennt hatte. Denn er war ständig betrunken und hatte sie in diesem Zustand einige Male verprügelt. Doch versöhnte sie sich immer wieder mit dem Freund. Nach einem Familienfest eskalierte ein Streit über seinen Alkoholkonsum.

Als die Frau den Betrunkenen aus der Wohnung werfen wollte, schlug er blindlings auf sie ein, würgte sie und verletzte sie auf brutale Weise mit einer Flasche am After. Sie starb etwa eine halbe Stunde später an ihren Verletzungen. Der Gewalttäter wurde wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt, untergebracht in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung.

Die Mutter und Alleinerbin des Opfers verklagte ihn erfolgreich auf Zahlung von 50.000 Euro Schmerzensgeld. Das Opfer habe die Misshandlungen zwar nur kurze Zeit überlebt, stellte das Oberlandesgericht Bremen fest, dabei aber fürchterliche Schmerzen und Todesangst ausgestanden (3 U 6/12).

Im Unterschied zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang sei dies vom Täter beabsichtigt gewesen. Deshalb falle das Schmerzensgeld besonders hoch aus. Angesichts seiner Brutalität musste die Frau davon ausgehen, dass er sie auf jeden Fall töten werde. In den letzten Minuten habe sie daher körperlich und seelisch unendlich gelitten.

Der Täter habe die Frau mindestens 30 Minuten lang am ganzen Körper misshandelt. Weil er schon mehrfach von ihr Analverkehr verlangt hatte, was die Frau ablehnte, habe er sie dort besonders brutal verletzt und so auch seelisch erniedrigen wollen. Anders als der Täter meine, "erkläre" die Absicht der Getöteten, sich von ihm zu trennen, sein "Ausrasten" überhaupt nicht. Der Anspruch des Opfers auf Schmerzensgeld sei mit dem Tod der Frau auf ihre Mutter als Erbin übergegangen.