Am Baum gelandet, danach brannte das Auto

Teilkaskoversicherung unterscheidet zwischen Brandschaden und Unfallschaden

onlineurteile.de - Nach diesem Ausflug war vom Auto nicht mehr viel übrig: Der Wagen kam ins Schleudern und prallte gegen eine Baumgruppe. Anschließend geriet er in Brand. Zum Glück konnte wenigstens der leicht verletzte Fahrer vorher aussteigen. Seine Teilkaskoversicherung weigerte sich, ihm den gesamten Fahrzeugschaden zu ersetzen: Nur der Brandschaden sei versichert. Der Versicherungsnehmer klagte die gesamte Schadenssumme ein.

Während ihm das Landgericht Recht gab - weil "Unfall und Brand als ein zusammenhängender Vorgang" zu werten seien -, erhielt der Versicherungsnehmer beim Oberlandesgericht Celle einen Korb (8 U 155/05). Nur die Vollkaskoversicherung umfasse Unfallschäden, so die Richter. Dagegen seien in der Teilkasko nur Schäden versichert, die durch Brand oder Explosion entstünden. Der Versicherungsfall sei also erst durch den Brand eingetreten.

Brand und Unfall seien versicherungsrechtlich zu unterscheiden, für diese Risiken zahlten die Versicherungsnehmer ja auch unterschiedlich hohe Prämien. Den Schaden, der beim Zusammenstoß des Fahrzeugs mit den Bäumen entstanden sei, müsse die Teilkaskoversicherung nicht ersetzen. Im Gegenteil: Er sei als Vorschaden anzusehen, der den Wert des Fahrzeugs mindere. Bei der Ermittlung der zu regulierenden Schadenshöhe sei demnach vom Wert des Autos nach dem Unfall, aber vor Ausbruch des Feuers auszugehen. Es sei nur der durch den Unfallschaden geminderte Wiederbeschaffungswert zu entschädigen.