An der Bushaltestelle: Parkendes Taxi von Bus gerammt

Taxiunternehmer muss 25 Prozent des Schadens selbst zahlen

onlineurteile.de - Der Taxifahrer wollte nur schnell das Gepäck ausladen und den Fahrgast in die Abfertigungshalle des Münchner Flughafens begleiten. Er war fest davon überzeugt, dass an dieser Stelle nicht nur Busse, sondern auch Taxis halten dürften. Dieser Irrtum sollte ihn teuer zu stehen kommen: Denn ein Bus mit Anhänger, der dort halten wollte, streifte den Wagen mit seinem Hinterteil.

Das Taxiunternehmen schickte dem Busunternehmer die Rechnung der Autowerkstatt. 834 Euro hatte die Reparatur gekostet. Dazu berechnete man noch 500 Euro an Standzeiten für das Taxi, weil es während der Reparatur zwei Tage nicht genutzt werden konnte. Die Haftpflichtversicherung des Busunternehmens zahlte aber nur 625,50 Euro. Begründung: Das Taxiunternehmen müsse ein Viertel der Kosten selbst tragen, weil das Taxi an dieser Stelle gar nicht hätte stehen dürfen. Den Verdienstausfall werde man nicht entschädigen.

Auch das Landgericht München I erklärte, der Taxifahrer sei an dem Unfall mitschuldig (19 S 18691/05). Auch wenn er dies zunächst bestritt - ein Zeuge habe bestätigt, dass es sich hier um eine reine Bushaltestelle handelte. Freilich berechtige dies niemanden, das Taxi zu beschädigen. Allerdings behinderte der Wagen an dieser Stelle nun einmal den Verkehr und habe so zum Unfall beigetragen. Dass das Taxiunternehmen 25 Prozent des Schadens

übernehme, sei deshalb angemessen.