An Fruchtgummi die Zähne ausgebissen

Produkthaftung: Süßwarenhersteller muss dem Kunden Schmerzensgeld zahlen

onlineurteile.de - Anders, als es ein bekannter Song aus der Reklame verspricht, machte dieses Fruchtgummi den 44 Jahre alten Nascher gar nicht froh: In der Colaflasche aus Fruchtgummi steckte nämlich ein harter Kern — Partikel aus Putzmaterial. Als der Mann herzhaft in die Süßigkeit biss, knirschte es beträchtlich: Zwei Zähne waren so beschädigt, dass er sie überkronen lassen musste.

Für die teure Zahnbehandlung müsse der Hersteller HARIBO aufkommen, fand der Unglücksrabe. Außerdem forderte er 2.000 Euro Schmerzensgeld. Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Hamm (21 U 64/12). Wer ein fehlerhaftes Produkt auf den Markt bringe, hafte (gemäß Produkthaftungsgesetz) für die Folgen, wenn Verbraucher dadurch geschädigt werden.

Wie ein Sachverständiger bestätigt habe, hätten im Fruchtgummi Partikel aus Putzmaterial gesteckt. Beim Kauen auf dieser Masse könnten solche speziellen Schäden entstehen, wie sie an den Zähnen des Kunden zu beklagen waren. Die Partikel müssten bei der Produktion in die Gelatine für den Fruchtgummi geraten sein. So etwas könne ausnahmsweise auch "bei hochoptimierten Produktionsprozessen passieren".