Angst vor Einbrechern

Welche Sicherungsmaßnahmen darf ein Mieter an Fenstern vornehmen?

onlineurteile.de - Das Ehepaar hatte eine Erdgeschosswohnung mit Zugang zum Garten gemietet. Nun fürchteten die Mieter allerdings, über die Terrassentüre könnten Einbrecher in die Wohnung kommen. Auch an den Fenstern wollten sie Außenrollläden anbringen, um sich abzusichern. Damit war allerdings der Vermieter nicht einverstanden: Das führe zu Feuchtigkeitsschäden und verschandle die Optik der Fassade, meinte er.

Das Landgericht Hamburg versuchte, eine salomonische Lösung zu finden (334 S 39/05). Am Balkonfensterelement im Wohnzimmer dürften die Mieter Außenrollläden mit Kästen in halbrunder Form installieren, so das Gericht. Denn Balkontüre und -fenster seien zurückgesetzt, deshalb das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen geschützt. Hier seien also weder Schäden an der Bausubstanz, noch eine optische Beeinträchtigung des Gebäudes durch die Kästen zu befürchten. Für die anderen Fenster gelte dies nicht. Hier wären Rolllädenkästen nicht abgedeckt, Feuchtigkeitsschäden nicht auszuschließen.

Der Vermieter sei nicht verpflichtet, überall Rollläden zu dulden - zumal man das Sicherheitsbedürfnis der Mieter auch auf andere Weise berücksichtigen könne. Wenn sich die Fensterrahmen nicht zum Einbau von Sicherheitsglas eignen sollten, könnte man auch Sicherheitsfolien anbringen. Das werde von der Kriminalpolizei empfohlen. Eine Folie erschwere Dieben die Arbeit so, dass sie schon mal aufgäben. Absolute Sicherheit sei mit Folien zwar nicht zu erreichen, das treffe aber auch auf Rollläden oder Sicherheitsglas zu. Immerhin entfalteten Folien ihre Wirkung nicht nur nachts, sondern auch tagsüber.