Anlageberater von Kreditinstituten ...

... müssen die Erfüllung ihrer Informationspflicht nicht schriftlich dokumentieren

onlineurteile.de - Nach erheblichen Kursverlusten durch die Umschichtung eines Wertpapierdepots verlangte die Bankkundin Schadenersatz von der Bank. Sie warf dem Anlageberater des Kreditinstituts vor, er habe ihr Anteile an hochspekulativen Multimedia-, Biotechnologie- und Internetfonds empfohlen, ohne sie gebührlich auf die damit verbundenen Risiken hinzuweisen. Dabei sei sie doch ein konservativer "Anlagetyp".

Diesen Vorwurf konnte sie vor Gericht nicht belegen, deshalb wurde ihre Klage gegen die Bank abgewiesen. Sie legte Revision gegen das Urteil ein und argumentierte, man müsste zu ihren Gunsten berücksichtigen, dass die Bank die Erfüllung ihrer Beratungs- und Aufklärungspflichten nicht schriftlich dokumentiert habe. Dafür sah der Bundesgerichtshof allerdings keinen Grund (XI ZR 320/04). Es gebe keine Pflicht zur Dokumentation.

Wer behaupte, schlecht beraten worden zu sein, müsse dies beweisen. Die Bank wiederum müsse den Vorwurf mit guten Gründen bestreiten und darlegen, wie im Einzelnen beraten wurde. Ihr Beratungsvertrag mit Kapitalanlegern verpflichte sie aber nicht, die Beratung schriftlich zu dokumentieren. Auch dem Wertpapierhandelsgesetz sei nichts dergleichen zu entnehmen.