Anspruch auf Unterhalt entfällt dauerhaft ...

... wenn eine geschiedene Frau ihren Lebensunterhalt selbst verdient

onlineurteile.de - Nach der Scheidung im Jahr 1984 hatte die Frau zunächst nachehelichen Unterhalt bezogen und die gemeinsamen Kinder betreut. 1989 verzichtete sie auf den Unterhalt. Sie arbeitete als häusliche Krankenpflegerin, erst 20 Wochenstunden, später 30 Wochenstunden. Im Jahr 2001 wurde sie arbeitslos. 2005 fiel ihr ein, dass ihr Ehemaliger vielleicht noch Geld locker machen könnte. Um wegen krankheitsbedingter Erwerbsunfähigkeit Anspruch auf Unterhalt geltend zu machen, verlangte sie vom Ex-Mann Auskunft über sein Einkommen.

Vom Oberlandesgericht Brandenburg bekam sie einen Korb (9 UF 107/06). Unterhaltsberechtigte könnten Auskunft über die finanziellen Verhältnisse des Unterhaltspflichtigen verlangen, um die Höhe des Unterhalts zu ermitteln oder zu überprüfen. Das setze aber voraus, dass ein Anspruch auf Unterhalt existiere. Das sei hier nicht der Fall.

Die geschiedene Frau habe ihren Lebensunterhalt über zwölf Jahre lang selbst verdient. Wer "nachhaltig in das Erwerbsleben eingegliedert" sei (als "nachhaltig" werden zwei Jahre Berufstätigkeit und mehr angesehen), verliere auf Dauer seinen Anspruch auf Unterhalt. Daran änderten auch unvorhersehbare Ereignisse wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit nichts.