Anwalt behauptet, er sei Grundstückshändler

Für das Finanzamt ist nicht die Selbsteinschätzung des Steuerzahlers ausschlaggebend ...

onlineurteile.de - 2003 hatte ein Rechtsanwalt zwei Eigentumswohnungen gekauft. Kurz darauf teilte er dem Finanzamt mit, er habe einen gewerblichen Grundstückshandel gegründet. Das bedeutete nach damaliger Rechtslage, dass er den Kaufpreis der Wohnungen sofort als Betriebsausgabe steuermindernd geltend machen konnte. Bei der Gemeinde meldete der Anwalt einen gewerblichen Grundstückshandel an.

Doch erst eineinhalb Jahre später erhielt ein Makler erstmals von ihm den Auftrag, die Wohnungen zu verkaufen. Nachdem er 2005 eine Wohnung losgeschlagen hatte, erwarb der Anwalt zwei weitere Eigentumswohnungen. Beim Finanzamt beantragte er, Verluste aus gewerblichem Grundstückshandel in Höhe von etwa 200.000 Euro zu berücksichtigen. Doch da winkten die Finanzbeamten ab.

Die Klage des Anwalts gegen den Steuerbescheid blieb beim Bundesfinanzhof (BFH) erfolglos (X R 25/06). Von gewerblichem Grundstückshandel könne hier keine Rede sein, so der BFH, da der Anwalt im Laufe von drei Jahren nur ein Objekt veräußert habe. Maßgeblich für das Finanzamt sei nicht, wie der Steuerzahler seine Tätigkeit subjektiv beurteile. Vielmehr komme es darauf an, ob er sich nach objektiven Kriterien wie ein Händler verhalte.

Ein Händler sei jemand, der wiederholt und kontinuierlich Wirtschaftsgüter kaufe und verkaufe und so Sachwerte marktmäßig umschlage. Das treffe im konkreten Fall nicht zu. Man könne es nicht ins Belieben der Steuerpflichtigen stellen, ob sie ihre Tätigkeit eher dem gewerblichen Bereich oder eher der privaten Vermögensverwaltung zuordneten.