Anwaltskanzlei durchsucht

Verdacht auf Geldwäsche, weil er einen Zuhälter verteidigte

onlineurteile.de - Sein Mandant hatte einiges auf dem Kerbholz. Wegen Zuhälterei und Menschenhandels war er verurteilt worden, weil er Prostituierte aus dem Ausland illegal eingeschleust hatte. Nach dem Prozess gegen den Zuhälter ging die Staatsanwaltschaft auf dessen Rechtsanwalt los. Da das Honorar, das der Verteidiger von seinem Mandanten erhielt, aus dessen Straftaten stamme, bestehe Verdacht auf Geldwäsche.

Mit dieser Begründung filzten Ermittler die Kanzleiräume des Strafverteidigers. Der Anwalt erhob Verfassungsbeschwerde: Der Durchsuchungsbeschluss schränke seine Berufsausübung ein und verstoße darüber hinaus gegen den Verfassungsgrundsatz der Unverletzlichkeit der Wohnung. So sah es auch das Bundesverfassungsgericht und hob den Durchsuchungsbeschluss auf (2 BvR 1975/03).

Ein Strafverteidiger mache sich nur dann wegen Geldwäsche strafbar, wenn er die Herkunft des Geldes sicher kenne, also das Honorar in der Gewissheit akzeptiere, dass der Mandant das Geld durch kriminelles Handeln erworben habe. Dafür gebe es hier aber keine Anhaltspunkte. Im Durchsuchungsbeschluss werde dem Anwalt nur vorgeworfen, dem Mandanten leichtfertig vertraut zu haben. Das rechtfertige keine Hausdurchsuchung.