Arbeitnehmer benutzt abwechselnd Auto und Bus

Einkommensteuer: Ist für die Kosten öffentlicher Verkehrsmittel die Entfernungspauschale anzusetzen?

onlineurteile.de - Ein Arbeitnehmer benutzte für den Weg zum zehn Kilometer entfernten Arbeitsplatz sein Auto. Dann zog er in eine neue Wohnung, die näher an der Firma lag (5 km). Deshalb stieg der Mann im letzten Vierteljahr auf öffentliche Verkehrsmittel um. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer beantragte er, für die Wege mit dem Auto die (damals gültige) Entfernungspauschale von 0,70 DM je Kilometer anzusetzen und für die Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln die (höheren) tatsächlich entstandenen Kosten zu berücksichtigen. Das Finanzamt berechnete jedoch alle Wege mit 0,70 DM pro Kilometer.

Dagegen setzte sich der Steuerpflichtige mit einer Klage zur Wehr und bekam vom Bundesfinanzhof Recht (VI R 40/04). Die höheren Kosten von Bus oder Bahn seien als Werbungskosten anzuerkennen, auch wenn der Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel nur an einzelnen Tagen benutzt habe und nicht das ganze Jahr über. Das gelte auch dann, wenn er für die übrigen Arbeitstage die Entfernungspauschale geltend mache.

Andernfalls wäre dem Steuerpflichtigen ein Anreiz genommen, zumindest an einzelnen Tagen, Wochen oder Monaten vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Dieser Effekt sei aber erwünscht - vor allem im Kurzstreckenbereich von Ballungsräumen, die durch den Individualverkehr ohnehin besonders belastet seien.