Arbeitnehmer müssen auch Sonntags ran

Grundsätzlich entscheidet darüber der Arbeitgeber

onlineurteile.de - Ein Zulieferer der Automobilindustrie beantragte und erhielt beim Landratsamt die Genehmigung dafür, vorübergehend in einer bestimmten Zeitspanne die Arbeitnehmer auch Sonntags- und Feiertags zu beschäftigen. Dagegen klagte ein Arbeitnehmer und pochte auf seinen Arbeitsvertrag: Der Mitarbeiter sei für "Schichtarbeit 40 Stunden pro Woche eingestellt", hieß es da.

Weder der Arbeitsvertrag, noch die Tarifverträge für die Branche enthielten verbindliche Regelungen zur Verteilung der Arbeitszeit, stellte das Bundesarbeitsgericht fest. Dann sei der Arbeitgeber dazu berechtigt, sie nach seinem Ermessen einzuteilen und auch Sonn- und Feiertagsarbeit anzuordnen (9 AZR 757/08). Die zuständige Behörde habe die Ausnahmebewilligung gemäß den Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes erteilt.

Der Arbeitsvertrag schränke das Weisungsrecht des Arbeitgebers nicht ein. Die Formulierung "40 Stunden pro Woche" sei nicht so auszulegen, dass Sonn- und Feiertagsarbeit grundsätzlich ausgeschlossen werde. Auch aus der Tatsache, dass im Betrieb früher keine Sonn- und Feiertagsarbeit geleistet wurde, könne man kein Verbot ableiten.