Arbeitslose Ehefrau studiert Kunstgeschichte

Studienkosten werden nicht als Werbungskosten anerkannt

onlineurteile.de - Die 1949 geborene verheiratete Frau war medizinisch-technische Assistentin. 1995 verlor sie ihren Job. Erst wollte sie an der Universität nur die Zeit der Arbeitslosigkeit überbrücken, besuchte Vorlesungen in Kunstgeschichte. Ab Sommersemester 1999 nahm sie dann offiziell das Studium der Kunstgeschichte auf. Ihr Mann verdiente als Angestellter ziemlich gut.

Beim Finanzamt beantragte das zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Ehepaar, die Ausgaben für das Studium als Werbungskosten zu berücksichtigen (Fahrtkosten, Sozialbeitrag, Literatur etc.). Denn die Ehefrau strebe eine "Tätigkeit in einem Museum" an; also diene das Studium dazu, später Einkünfte zu erzielen.

Die Finanzbeamten winkten ab und auch der Bundesfinanzhof ließ die spät berufene Studentin abblitzen (VI R 71/03). Aufwendungen für ein Hochschulstudium seien nur dann als vorweg entstandene Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn ein "konkreter, objektiv feststellbarer Zusammenhang mit künftigen Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit" bestehe. Das treffe hier aber nicht zu.

Nach Abschluss der Promotion werde die Frau etwa 55 Jahre alt sein. Die Aussicht, in diesem Alter als Berufsanfängerin einen Arbeitsplatz als Kunsthistorikerin zu finden, sei ziemlich gering. Für die Aufnahme des Studiums im Fach Kunstgeschichte und orientalische Kunstgeschichte seien wohl eher private Interessen und Neigungen der Ehefrau ausschlaggebend gewesen, weniger das Streben nach Berufstätigkeit. Die Ausgaben für das Studium seien daher nicht beruflich begründet.