Arbeitsplatz 85 Kilometer vom Wohnort entfernt

OLG Bamberg: Das ist kein Grund, ein Fahrverbot abzukürzen

onlineurteile.de - Die Kundenbetreuerin eines Unternehmens war beruflich viel mit dem Auto unterwegs. Ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung brachte ihr ein Fahrverbot von zwei Monaten ein. Die Frau zog vor Gericht und beteuerte, das sei ein Härtefall: Das Fahrverbot bedrohe ihre Existenz, denn ihr Arbeitsplatz liege vom Wohnort 85 Kilometer entfernt. Sie sei dringend aufs Auto und auf den Führerschein angewiesen.

Das Amtsgericht ließ sich erweichen und verkürzte den Führerscheinentzug um einen Monat. Doch die Staatsanwaltschaft legte gegen die Entscheidung Rechtsbeschwerde ein und setzte sich beim Oberlandesgericht Bamberg durch (3 Ss OWi 196/09).

Die Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnung sei kein triftiger Grund, die Strafe abzumildern, entschieden die Bamberger Richter. Für die Verkehrssünderin sei es möglich und zumutbar, vorübergehend auf eigene Kosten ein Zimmer in der Nähe ihres Arbeitsplatzes zu mieten, in einem Hotel oder in einer Pension. Schließlich entfielen dadurch die Ausgaben für das tägliche Pendeln mit dem Wagen.