Architekt kämpft um Honorar

Unverbindliches Aquisegespräch oder Abschluss eines Architektenvertrags?

onlineurteile.de - Ein Hotelier wollte sein Hotel umbauen. Um dafür den richtigen Architekten zu finden, befragte er erst einmal mehrere Architekten. Er ließ sich ihre Ideen und Honorarvorstellungen erläutern. Auch mit Architekt H. führte er so ein Gespräch. Dieser legte einige Skizzen zum Umbau vor. Am Ende bemerkte der Hotelier, "er müsste nun wissen, was das Ganze kosten würde". Dieses Gespräch missverstand der Architekt als Auftrag. Er verlangte später Honorar für seine "Vorarbeiten" und pochte darauf, "man habe sich doch geeinigt".

Beim Oberlandesgericht Celle blitzte er mit seiner Zahlungsklage ab (14 U 240/05). Der Bauherr habe nie eindeutig den Willen bekundet, den Auftrag an H. zu erteilen. Vielmehr habe er das Gespräch mit der Frage nach den Kosten beendet. Damit hätte für den Architekten klar sein müssen, dass der Hotelier sich noch nicht vertraglich binden wollte. Denn er machte den Auftrag davon abhängig, ob der Kostenvoranschlag seinen Vorstellungen entsprach. Der vermeintliche Auftraggeber habe also immer noch klären wollen, wer für diesen Auftrag am ehesten in Frage kam.

Auch die Tatsache, dass der Hotelier in Bezug auf die Pläne des Architekten Änderungswünsche äußerte, beweise noch keinen Vertragsschluss. Debatten über Skizzen und Pläne gebe es bei Bauprojekten auch schon während der Akquisephase.