Architektenvertrag gekündigt

Die Kostenobergrenze zu überschreiten, ist eine Pflichtverletzung

onlineurteile.de - Ein Familienvater beabsichtigte, ein Haus zu bauen. Er beauftragte einen Architekten mit der Planung. Als dann endlich der Kauf des Grundstücks perfekt war, unterbreitete der Architekt dem Auftraggeber seine Pläne. Die gefielen dem Mann durchaus, doch die Zusammenstellung der Baukosten von 616.000 Euro schreckte ihn ab. Das sei viel zu viel, monierte der Familienvater. Über so eine Summe habe man nie gesprochen. Schließlich kündigte der Auftraggeber den Architektenvertrag.

Dagegen setzte sich der Architekt erfolglos zur Wehr. Das Landgericht Mönchengladbach sprach ihm zwar Honorar für die erstellten Pläne zu, erklärte aber die Kündigung für wirksam (10 O 505/03). Richte sich die Planung des Architekten nicht an der vorgegebenen Kostenobergrenze aus, sei sie mangelhaft. Dann komme eine Kündigung aus wichtigem Grund in Frage. Zumindest dann, wenn der Architekt auch im Nachhinein außerstande sei, Pläne im Rahmen der Kostenobergrenze vorzulegen, sei es für den Auftraggeber unzumutbar, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Vergeblich bestritt der Architekt im konkreten Fall, dass er sich mit dem Auftraggeber überhaupt auf eine Kostenobergrenze geeinigt hatte. Darauf komme es letztlich nicht an, so die Richter. Auch wenn keine Kostenobergrenze vereinbart werde, gehöre es zu den Aufgaben des Architekten, den wirtschaftlichen Rahmen seines Auftraggebers (ungefragt) zu klären und sich nach dessen Möglichkeiten der Finanzierung zu erkundigen.