Asbestbelastetes Haus verkauft

Verkäufer haftet für Sanierungskosten, wenn er den Käufern diesen Mangel arglistig verschwieg

onlineurteile.de - Im Herbst 2006 hatte ein Ehepaar das Haus gekauft. 1980 war es in Fertigbauweise gebaut worden, in der Außenfassade steckten Asbestzementtafeln. Darüber informierte der Verkäufer das Ehepaar nicht, obwohl vorher schon ein Kaufinteressent wegen der Asbestverkleidung vor dem Geschäft zurückgeschreckt war.

Als den Käufern klar wurde, dass sie mit einem höchst gefährlichen Baustoff lebten, verklagten sie den Verkäufer auf Schadenersatz in Höhe der Kosten für die Sanierung der Fassade. Die Vorinstanzen wiesen die Klage mit der Begründung ab, es sei in den 80er Jahren üblich gewesen, Asbestplatten einzusetzen. Deshalb stelle die Hausfassade keinen Mangel des Hauses dar.

Das sah der Bundesgerichtshof anders (V ZR 30/08). Auch wenn dieser Baustoff seinerzeit gebräuchlich war und erst später als gesundheitsschädlich erkannt wurde, hätte der Verkäufer die Käufer über die Beschaffenheit der Fassade aufklären müssen. Das sei jedenfalls dann notwendig, wenn Material - wie eben Asbest - schon in geringen Dosen krebserregend wirke und wenn Gefahr schon dann drohe, wenn das Haus in üblicher Weise genutzt oder renoviert werde.

Ein Wohngebäude sei nur eingeschränkt benutzbar, wenn der Hauseigentümer nicht einmal einfache Renovierungsmaßnahmen am Haus durchführen könne, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Das Oberlandesgericht müsse nun klären, ob dies hier zutreffe und ob der Verkäufer die Käufer arglistig über die Beschaffenheit des Kaufobjekts getäuscht habe. Treffe das zu, hafte er für die Sanierungskosten.