Auf dem Markt verunglückt

Marktbesucherin gibt dem Inhaber eines Marktstands die Schuld, doch der Beweis missglückt

onlineurteile.de - Eine Marktbesucherin stolperte - worüber, blieb umstritten. Fest steht: Beim Sturz neben einem Verkaufsstand des Marktes zog sich die Frau einen Trümmerbruch am linken Oberarm zu und war längere Zeit arbeitsunfähig. Hinterher behauptete sie, sie sei über einen schwer erkennbaren Ständer am Verkaufsstand gestürzt. Der sei eine richtige "Stolperfalle" gewesen, die der Standinhaber hätte sichern müssen. Die Frau verklagte ihn auf Schadenersatz.

Der Standinhaber wusste nichts von einem Ständer oder einer hervorstehenden Wagenstütze. Problematischer für die Klägerin: Ihre Zeugen schilderten den Unfall alle etwas anders. Ihre Zahlungsklage gegen den Standinhaber scheiterte beim Landgericht Coburg aber auch deshalb, weil sie selbst im Prozess anders argumentierte als in der Klage (11 O 155/10).

In der mündlichen Verhandlung war plötzlich nicht mehr von einem Ständer bzw. einer Wagenstütze am Verkaufsstand die Rede, sondern vom Ständer eines aufgespannten Sonnenschirms. Eine Zeugin bestätigte diese Version. Zwei Zeugen gaben dagegen an, die Frau sei über ein Kabel gestolpert. Wieder ein anderer Zeuge schwor, sie sei über einen Pflasterstein gefallen, keinesfalls über einen Ständer oder über ein Kabel.

Über welche Unebenheit die Marktbesucherin auch immer gestolpert sei: Der von ihr behauptete Unfallhergang und eine Pflichtverletzung des Standinhabers sei so jedenfalls nicht zu beweisen, vermerkten die Richter trocken.