Auf dem Parkplatz von Bienen gestochen ...

Ist der Inhaber eines Baumarkts für die Bienen des Nachbarn verantwortlich?

onlineurteile.de - Vor dem Einkaufen im Baumarkt hatte der Mann seinen Wagen auf dem hinteren Teil des Parkplatzes abgestellt, der neben dem Grundstück eines Hobbyimkers lag. Als der Kunde seine Waren einlud, umschwirrten ihn plötzlich Dutzende von Bienen. Er wurde gestochen - direkt unter den Augen! Er floh zunächst in den Baumarkt und bat einen Mitarbeiter, sein Auto nach vorne zu fahren. Doch auch der kapitulierte vor dem Bienenschwarm. Schließlich holte man den Imker zu Hilfe. Der Kunde musste sich ärztlich behandeln lassen und bekam im Krankenhaus eine Infusion.

Vom Inhaber des Baumarkts verlangte er 1.000 Euro Schmerzensgeld für den "Überfall". Doch das Landgericht Aachen konnte auf Seite des Handelsunternehmens kein Verschulden erkennen und wies die Klage des Bienen-Opfers ab (5 S 24/05). Der Verletzte sei hier an der falschen Adresse: Der Imker müsse dafür sorgen, dass seine Bienen niemanden angreifen. Da so eine Attacke noch nie vorgekommen sei, gebe es für den Inhaber des Baumarkts nicht den geringsten Anlass, die Kunden zu warnen oder gar den hinteren Bereich des Firmengeländes abzusperren.

Im Übrigen hätte sich der Vorfall ebenso gut im vorderen Teil des Parkplatzes oder anderswo ereignen können. Wenn ein Bienenschwarm den Bienenstock verlasse, sei der Insektenflug nicht auf die angrenzenden Grundstücke begrenzt. Gerade im Frühjahr sei "die Gefahr von Bienen- oder Wespenstichen allgegenwärtig und damit dem allgemeinen Lebensrisiko zuzuordnen".