Auf die faule Haut gelegt

Nach dem Schulabschluss keine Ausbildung begonnen: Unterhaltsanspruch?

onlineurteile.de - Mit 151/2 Jahren verließ der junge Mann die Hauptschule. Das war genug Pflichterfüllung, dachte er sich wohl und lebte weiter auf Vaters Kosten. Weder trat er eine Ausbildungsstelle an, noch sorgte er für irgendeine Art von Fortbildung. Dann wurde es dem Vater zu bunt. Er weigerte sich, den Jungen noch länger zu unterstützen und verlangte von der Justiz, den Unterhalt zu streichen.

Das Oberlandesgericht Brandenburg stellte sich auf die Seite des Vaters (9 WF 157/04). Wenn minderjährige Kinder nicht an einer Berufsausbildung teilnehmen, müssten sie ihren Unterhalt selbst verdienen, schrieben die Familienrichter dem (mittlerweile volljährig gewordenen) Faulpelz ins Stammbuch. Das gelte auch für Jugendliche mit 15 Jahren, die natürlich nur eingeschränkt arbeiten dürften. Zumindest wäre der Jugendliche aber in der Lage gewesen, mit Teilzeitjobs so viel zu verdienen, wie er von seinem Vater Unterhalt bekam, nämlich 262 Euro.