Auf steiler Straße geparkt ...

... und nur die Handbremse angezogen - grobe Fahrlässigkeit

onlineurteile.de - Da, wo der Mann seinen Wagen stehen ließ, ging es steil bergab. Als er ausstieg, hatte er zwar die Handbremse fest angezogen. Dennoch war das Auto weggerollt - und ziemlich ramponiert an einem Baum zum Stehen gekommen. Die Versicherung lehnte es ab, den Schaden zu übernehmen. Ein Sachverständiger hatte nämlich festgestellt, dass der Autofahrer den ersten Gang nicht eingelegt hatte.

Die Handbremse anzuziehen, reiche bei einem Gefälle von zehn Prozent nicht aus, so der Versicherer. Wer da sein Auto nicht zusätzlich gegen Wegrollen sichere, handle grob fahrlässig. So urteilte auch das Oberlandesgericht Karlsruhe (19 U 127/06). Angesichts des beträchtlichen Gefälles hätte dem Versicherungsnehmer das Risiko klar sein müssen. Der Kfz-Sachverständige habe sogar empfohlen, bei diesem Grad der Steilheit den Rückwärtsgang einzulegen.

Mit seiner Entschuldigung, er habe wohl aus Versehen den dritten Gang erwischt, handelte sich der Autofahrer nur einen weiteren Rüffel ein. Das entlaste ihn keineswegs, erklärten die Richter. Je gefährlicher eine Situation sei, desto mehr müsse sich der Autofahrer konzentrieren. Gerade dann müssten alle "Routinehandgriffe" sitzen und am Besten gleich doppelt überprüft werden. Ein "Augenblicksversagen" könnte man dem Autobesitzer nur zugute halten, wenn er durch äußere Umstände abgelenkt worden wäre und deshalb einen Handgriff vergessen hätte. Das habe er aber selbst nicht behauptet.