Auffahrunfall mit bereits beschädigtem Auto:

Dem Erstschädiger kommt es nicht zugute, wenn ein Versicherer den zweiten Schaden übernimmt

onlineurteile.de - Nach der Autowäsche beschwerte sich ein Autobesitzer bei der Waschanlagenfirma: Die Frontschürze seines Wagens sei beschädigt. Die Firma bestritt, dass der Schaden beim Waschen entstanden war. Daraufhin verklagte sie der Kunde auf Schadenersatz. Kurz darauf verursachte der Mann einen Auffahrunfall, durch den die Frontschürze vollkommen unbrauchbar wurde.

Er ließ sie austauschen: Damit war auch der frühere Schaden ohne Mehrkosten behoben. Die Vollkaskoversicherung des Autobesitzers kam für die Reparaturkosten auf. Seine Klage gegen die Waschanlagenfirma nahm er trotzdem nicht zurück. Während er bei den Vorinstanzen damit scheiterte, gab ihm der Bundesgerichtshof grundsätzlich Recht (VII ZR 88/08).

Wenn der frühere Schaden tatsächlich durch die Waschanlage verursacht wurde - dazu müsse die Vorinstanz noch Beweis erheben -, müsse die Waschanlagenfirma dafür einstehen und die vom Gutachter errechneten fiktiven Reparaturkosten ersetzen. Der zweite Schaden ändere daran nichts, so die Bundesrichter.

Zwar habe die Reparatur des Zweitschadens auch den ersten Schaden beseitigt. Doch die Leistung des Kaskoversicherers dürfe nicht demjenigen zugute kommen, der den früheren Schaden verursacht habe. Die Haftung der Waschanlagenfirma werde durch das spätere Geschehen nicht aufgehoben. Hier lägen zwei räumlich und zeitlich getrennte Unfallereignisse vor, wobei der Kaskoversicherer ausschließlich den Zweitschaden habe regulieren wollen.