Augenoperation: Künstliche Linsen eingesetzt

Gesetzliche Krankenversicherung muss die Kosten multifokaler Linsen nicht erstatten

onlineurteile.de - Leiden Patienten am so genannten "Grauen Star" - Linsentrübung der Augen -, kann der Augenarzt die Trübung durch eine Operation beheben. Eine Möglichkeit ist es, künstliche Linsen einzusetzen.

Eine 59-jährige Frau aus Mönchengladbach ließ sich in beide Augen multifokale Linsen (Linsen mit mehreren Brennweiten) implantieren und zahlte dafür 4.350 Euro. Nachträglich beantragte die Patientin bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse die Übernahme der Kosten, ohne Erfolg.

Auch ihre Klage gegen die Krankenversicherung scheiterte beim Sozialgericht Düsseldorf (S 9 KR 159/07). Die Krankenkasse habe die Leistung zu Recht abgelehnt, so das Gericht, da sie ihren Versicherten nun einmal nur die medizinisch indizierte Versorgung mit monofokalen Linsen (mit einer Brennweite) anbiete. Nicht einmal die Kosten, die durch das Einsetzen monofokaler Linsen ebenso entstanden wären, wollte das Gericht der Versicherten zubilligen.

Die Patientin hätte unbedingt vor der Operation Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen müssen. Sie habe grundsätzlich nur einen Anspruch auf Sachleistungen und nicht auf Ersatz ihrer Ausgaben. Das Leistungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung könne seine Aufgabe nur erfüllen, wenn die Ärzte und Einrichtungen, die für sie tätig seien, von den Versicherten genügend in Anspruch genommen würden.