Augenoperation verschlechtert Sehschwäche

Schmerzensgeld für die Patientin - auch wenn ungewiss ist, wie die Krankheit ohne Operation verlaufen wäre

onlineurteile.de - Eine kurzsichtige Patientin wurde vom Augenarzt operiert ("Lasik-Operation"). Sie versprach sich davon, künftig ohne Brille auszukommen. Der Eingriff war jedoch ein Fehler, weil die Frau unter einer Hornhautschwäche (Keratokonus) litt. Wird unter diesen Umständen operiert, verstärkt dies nur die Hornhautschwäche und damit in der Folge auch die Kurzsichtigkeit. So kam es denn auch: Selbst mit Brille sah die Frau wesentlich schlechter als vor der Operation.

Deshalb führte der Augenarzt eineinhalb Jahre später eine Hornhaut-Transplantation auf dem rechten Auge durch. Das rettete aber nicht mehr viel. Die Patientin verklagte ihn auf Schmerzensgeld. 40.000 Euro seien angemessen, entschied das Oberlandesgericht Koblenz (5 U 1052/04).

Vergeblich argumentierte der Mediziner, dass die Frau möglicherweise hätte erblinden können, wenn gar nichts geschehen wäre. Das sei nicht auszuschließen, so die Richter. Das ändere aber nichts daran, dass eine Lasik-Operation angesichts der Hornhautschwäche der Frau hätte unterbleiben müssen. Für diesen Kunstfehler müsse der Mediziner geradestehen.

Wie es ohne den Eingriff weitergegangen wäre, sei völlig ungewiss. Die Sehkraft der Patientin hätte sich in der Tat auch ohne die Operation verschlechtern können. Mit einer Hornhaut-Transplantation hätte sie sich eventuell aber auch verbessern lassen. Diese Ungewissheit gehe zu Lasten des Augenarztes.