Aus dem Auto geschleudert

Das legt den Schluss nahe, dass der Verletzte den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte

onlineurteile.de - Ein Autofahrer überholte auf einer Ortsverbindungsstraße mit etwa 110 km/h einen anderen Wagen. Beim Einscheren kam er von der Fahrbahn ab - sein Auto überschlug sich mehrmals. Der Beifahrer, ein Bundeswehrangehöriger, wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und schwer verletzt.

Die Haftpflichtversicherung des Autofahrers kam für die Behandlungskosten auf, verlangte dann aber von der Bundesrepublik Deutschland - als Dienstherrin des Soldaten - einen Teil der Summe zurück. Begründung: Der Beifahrer sei nicht angeschnallt gewesen, also sei er für die gravierenden Unfallfolgen mitverantwortlich. Auch das Landgericht Frankfurt gelangte zu dem Urteil, dass die Versicherung zu viel gezahlt hatte (2-19 O 135/03).

Die Bundesrepublik müsse ein Drittel der Summe wieder herausrücken, die sie als Schadenersatz für die Behandlungskosten kassiert habe. Die Regel laute: Wer bei einem Verkehrsunfall mit Überschlag aus dem Wagen herausgeschleudert werde, habe den Gurt nicht angelegt. Normalerweise halte der Gurt einen angeschnallten Beifahrer im Auto. Ausnahmen bestätigten die Regel: zum Beispiel bei Materialfehlern oder Rissen im Gurt. Für solche Defekte gebe es hier aber keine Anhaltspunkte.