"Aus" für "Pumuckl TV"

Bayerischer Rundfunk hatte keine Lizenz für diese Art Nutzung der Figur

onlineurteile.de - 1978 räumte Autorin Ellis Kaut (in ihrem Namen und im Namen der Zeichnerin) der Produktionsgesellschaft Infafilm das Recht ein, um die Pumuckl-Figur herum eine Fernsehserie zu konzipieren. Schon für den ersten Spielfilm ("Meister Eder und sein Pumuckl" - 1982) fehlte jedoch eine Lizenz, man hatte die Inhaberinnen des Urheberrechts nicht gefragt. Spätere Kindersendungen, in denen Pumuckl zum Beispiel als Kommentator auftrat, wurden von Infafilm ebenfalls ohne Erlaubnis für den Bayerischen Rundfunk gedreht. Nun pochte die Zeichnerin auf ihr Urheberrecht und forderte Geld.

Das Landgericht München I verdonnerte den Bayerischen Rundfunk dazu, vorerst auf weitere Ausstrahlungen der Kindersendung "Pumuckl TV" und des Spielfilms "Meister Eder und sein Pumuckl" zu verzichten (21 O 553/03). Der Fernsehsender und die Produktionsgesellschaft Infafilm müssten jegliche Nutzung unterlassen, für die keine Lizenz vorliege, und zudem das Nutzungsentgelt aufbessern, das seinerzeit für die Fernsehserie an Autorin und Zeichnerin gezahlt worden sei. Den Erfolg der Figur und der einschlägigen Sendungen habe damals niemand vorhersehen können. In welchem Umfang Infafilm und BR die "Marke Pumuckl" genutzt hätten, müsse nun erst einmal festgestellt werden. Dann könne man die Höhe der fälligen Nachzahlung schätzen.