Ausgaben für ein Erststudium

... können Werbungskosten darstellen

onlineurteile.de - Nach Abitur und Zivildienst begann der junge Mann im Oktober 2003 mit dem Studium der Wirtschaftswissenschaften. Im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung für 2003 machte er Fahrtkosten und andere Ausgaben für das Studium beim Finanzamt als Werbungskosten geltend.

Die Finanzbeamten lehnten dies ab, doch der Bundesfinanzhof gab dem Steuerpflichtigen Recht (VI R 26/05). Aufwendungen für eine Bildungsmaßnahme könnten Werbungskosten darstellen, wenn sie beruflich veranlasst seien. Dies gelte auch für ein im Anschluss an das Abitur durchgeführtes Hochschulstudium: Denn dadurch schaffe der Steuerpflichtige die Möglichkeit, das erworbene Berufswissen am Markt einzusetzen und steuerpflichtige Einnahmen zu erzielen. Das sei ausschlaggebend und nicht die Frage, ob ein neuer, ein anderer oder erstmals ein Beruf angestrebt werde.

Wichtig allerdings: Ab Veranlagungszeitraum 2004 gilt eine Änderung des Einkommensteuergesetzes. Demnach sind Aufwendungen für ein Erststudium - außerhalb eines Dienstverhältnisses, wie zum Beispiel in der Bundeswehr - nicht mehr als Werbungskosten abzuziehen. Sie können jedoch als Sonderausgaben berücksichtigt werden (bis zu 4.000 Euro jährlich).