Ausrutscher am Swimmingpool

In der Nähe eines Pools müssen Reisende mit Nässe am Boden rechnen!

onlineurteile.de - In den USA werden Kaffeebecher mit dem Hinweis verkauft, der Inhalt sei heiß und man könne sich verbrühen. Deutsche Gerichte halten dagegen nicht viel von Warnhinweisen auf Selbstverständliches, wie die folgende Entscheidung einmal mehr zeigt.

Auf einem Kreuzfahrtschiff rutschte eine Urlauberin in einer Pfütze neben dem Swimmingpool aus und brach sich beim Sturz einen Zeh. Nach der Rückkehr wurde sie in einer Klinik behandelt. Sechs Wochen lang war die Frau dazu verdammt, einen Verband zu tragen und auf geschlossene Schuhe zu verzichten.

Die Urlauberin gab dem Reiseveranstalter die Schuld an dem Unfall: Man habe in dem grellen Licht die Wasserlache nicht erkennen können. Er hätte Schilder aufstellen müssen, um vor Nässe zu warnen. Weil sich der Reiseveranstalter um die "Gefahrenstelle" nicht gekümmert habe, müsse er ihre Behandlungskosten tragen und obendrein 1.500 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Das Amtsgericht Rostock sah dafür keine Rechtsgrundlage: Das Reiseunternehmen sei für den Sturz der Urlauberin nicht verantwortlich (47 C 29/11). Dass es rund um einen Swimmingpool nass und glitschig sein könne — also Rutschgefahr bestehe —, sei allgemein bekannt. Hier badeten viele Gäste, plantschten Kinder und sprängen ins Wasser. Natürlich sei es dann auch außerhalb des Wasserbeckens feucht. Ein Warnschild dieses Inhalts sei also überflüssig.

Dass sie sich im Poolbereich aufhielt, habe die Kreuzfahrt-Teilnehmerin gut erkennen können: Denn die Reederei habe ihn mit auffällig blauem Bodenanstrich deutlich gekennzeichnet. In diesem Bereich hätte sich die Urlauberin auf Nässe einstellen und besonders aufpassen müssen. Wie ein Foto zeige, sei die Wasserlache ziemlich groß gewesen. Wenn sie auf einem Foto klar zu sehen sei, könne das in Natura nicht anders gewesen sein.

Für den Unfall fand das Amtsgericht eine einfache Bezeichnung: allgemeines Lebensrisiko.