Australien-Busreise "gecancelt"

Frankfurter Urlauber waren bereits nach Sydney geflogen ...

onlineurteile.de - Ein Ehepaar hatte im Frühling 2002 bei einem Reiseveranstalter eine Busrundreise durch Australien gebucht (zum stolzen Preis von 6.818 Euro, incl. Flüge von Frankfurt nach Sydney und zurück). Die Busreise fiel jedoch ins Wasser. Einen Tag nach dem geplanten Beginn der Rundfahrt meldete sich die Reiseleiterin des Veranstalters bei den Urlaubern mit einem Vorschlag: Sie könnten sich einer vier Tage früher gestarteten Reisegruppe mit der gleichen Route anschließen. Das Paar lehnte dankend ab und flog nach Deutschland zurück.

Der Reiseveranstalter erstattete den Kunden den Preis für die Rundreise (3498 Euro) - diese forderten jedoch darüber hinaus den Flugpreis, Ersatz von Aufwendungen in Sydney und Entschädigung für entgangene Urlaubsfreude. Das Landgericht Frankfurt sprach ihnen weitere 5000 Euro zu (2-19 O 233/02). Zu Recht habe das Paar den Reisevertrag gekündigt und das Alternativangebot abgelehnt.

Auch bei blitzschneller Zusage hätten die Reisenden hinterherfahren müssen und mindestens vier Tage der Rundfahrt verpasst, damit Sehenswürdigkeiten wie den Pacific Highway, Coffs Harbour und die "Gold Coast". Bei elf Reisetagen sei das Programm dicht gedrängt, den Ausfall von vier Tagen und wesentlichen Programmpunkten hinzunehmen, könne man von ihnen nicht verlangen. Ohne die Busrundreise seien auch der Hin- und Rückflug sowie der kurze Aufenthalt in Sydney für die Urlauber wertlos. In dieser Zeit hätten sie nur auf dem Flughafen gewartet, mit der Reiseleitung verhandelt und ein Mal übernachtet.

Die Entschädigung für verkorkste Urlaubstage habe 1998 130 DM betragen. Angesichts der inzwischen gestiegenen Reisepreise und Gehälter sei es angemessen, diese Entschädigung nun auf 72 Euro pro Tag festzulegen.