Auto bremste wie von Geisterhand

Garantieverlust bei Zweitreparatur in einer anderen Werkstatt?

onlineurteile.de - Der gebraucht gekaufte Renault hatte eine gefährliche Macke: Das Fahrzeug begann kurz nach dem Starten ganz von allein stark zu bremsen. Der Käufer brachte das Auto zurück zum Autohändler, der - auf Grund einer Garantievereinbarung mit dem Kunden - für 52,21 Euro an der Bremse herumfuhrwerkte. Ohne Erfolg: Als der Kunde das erste Mal mit dem Wagen fuhr, trat der gleiche Fehler wieder auf.

Daraufhin ließ der Mann das Auto in einem Renault-Betrieb erneut reparieren. Anschließend stellte er dem Autohändler 60 Prozent der Reparaturkosten von 531 Euro (372 Euro) in Rechnung. Zu Recht, wie das Amtsgericht Rendsburg urteilte (11 C 146/05). Die Garantie des Verkäufers umfasse auch die Bremsanlage. Er könne dem Kunden auch nicht vorwerfen, das Auto einer anderen Werkstatt übergeben zu haben. Angesichts des Zustandes der Bremsanlage wäre es für den Autofahrer (und andere Verkehrsteilnehmer!) gefährlich gewesen, mit dem Fahrzeug bis zur weiter entfernten Werkstatt des Verkäufers zu fahren.

Außerdem sei der Autohändler offenbar nicht in der Lage gewesen, den Fehler in der Bremsanlage sachgemäß zu reparieren. Aus diesem Grund habe sich der Käufer nichts davon versprochen, von ihm Nachbesserung zu verlangen. Er habe ihm nicht mehr vertraut und das sei verständlich. Daher durfte der Kunde den Wagen in der nächsten Renault-Werkstatt reparieren lassen, ohne seine Garantieansprüche aufs Spiel zu setzen.