Auto contra Blitzableiter

Auf einem Kundenparkplatz zu eng an die Hauswand gefahren und Kotflügel beschädigt

onlineurteile.de - Mit dem Fiat Bravo ihres Vaters fuhr Frau P zu einem Einrichtungszentrum. Auf dem Kundenparkplatz sah sie einen freien Stellplatz direkt neben der Hauswand und fuhr in die Lücke hinein. Beim Einparken geriet sie so nah an die Fassade, dass der Kotflügel des Fiat gegen einen Blitzableiter an der Hauswand stieß, der sechs Zentimeter in den Stellplatz hineinragte.

Für 795 Euro reparierte eine Werkstatt den zerkratzten und leicht eingedellten Kotflügel. Diesen Betrag forderte der Autobesitzer anschließend vom Inhaber des Einrichtungszentrums ersetzt: Der Blitzableiter sei in der gleichen Farbe gestrichen wie die Fassade, seine Tochter habe ihn nicht erkennen können. Der Stellplatz sei also nicht verkehrssicher.

Den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten, sei Sache der Kunden, die dort parkten, konterte der Chef des Einrichtungshauses. Das Amtsgericht München gab ihm Recht und wies die Zahlungsklage des Autobesitzers ab (241 C 31612/10).

Geschäftsleute, die für Kunden einen Parkplatz einrichteten, könnten dort nicht jedes Risiko ausschließen: Sie müssten nur zumutbare Sicherheitsvorkehrungen treffen, die verständige und umsichtige Personen für notwendig und ausreichend halten würden. So gesehen, habe sich der Inhaber des Einrichtungshauses überhaupt nichts vorzuwerfen.

Der Blitzableiter rage nur sechs Zentimeter von der Wand in den Parkplatz hinein. Allein der Außenspiegel des Wagens sei deutlich breiter. Ein Schaden am Kotflügel könne daher nur entstehen, wenn ein Fahrer in einem sehr spitzen Winkel einparke und extrem eng an die Wand heranfahre. Das sei ohnehin riskant. Wenn jemand aber schon so einparke, müsse er oder sie dann auch besonders aufpassen.