Auto mit Scheck bezahlt

Bank informiert den Verkäufer nicht über Schecksperre: Schadenersatz

onlineurteile.de - Der Mann verkaufte seinen Wagen. Der Vertrag war unterschrieben, das Auto aber noch nicht übergeben. Vom Käufer hatte der Verkäufer einen Scheck über den Kaufpreis erhalten, den wollte er erst prüfen lassen. Er reichte ihn bei seiner Inkassobank ein. Einige Tage später fragte er nach. Inzwischen hatte ein Mitarbeiter der Inkassobank beim Kreditinstitut des Käufers angerufen und die Auskunft erhalten, es "liege aktuell nichts Negatives vor". Unter dem üblichen Vorbehalt einer Nachprüfung werde man den Scheck innerhalb von sieben Tagen einlösen.

Diese Nachricht gab die Inkassobank an den Verkäufer weiter. Im Vertrauen auf die positive Auskunft übergab der Mann das Auto dem Käufer. Dabei hatte der hinterlistige Käufer einen Tag vor dem Telefongespräch den Scheck bei seiner Bank als gestohlen gemeldet und ihn sperren lassen. Klar, dass der gesperrte Scheck nicht gutgeschrieben wurde. Da der Käufer nicht mehr aufzufinden war, verklagte der Verkäufer dessen Bank auf Schadenersatz und hatte beim Oberlandesgericht Frankfurt Erfolg (24 U 49/06).

Dass die Bank die Gutschrift des Schecks nur unter Vorbehalt zugesagt habe, entlaste sie nicht, erklärten die Richter. Sie müsse sich als Gesamtorganisation das Wissen des Bankangestellten zurechnen lassen, der mit dem Aussteller des Schecks gesprochen und die Schecksperre veranlasst habe. Denn eine Schecksperre müsse im heutigen Computerzeitalter sofort in das zentrale Rechensystem der Bank eingegeben und an alle Bankmitarbeiter weitergeleitet werden.

Daher hafte die Bank dem Verkäufer auf Schadenersatz. Denn der Mann hätte natürlich sein Auto nicht weggegeben, wenn er von der Bank korrekt informiert worden wäre. Sie sei also unmittelbar verantwortlich für den Verlust.