Auto von einer Dachlawine beschädigt

Bei extremen Wetterlagen müssen Hauseigentümer Schutzmaßnahmen treffen

onlineurteile.de - Der Winter 2005/2006 war schneereich, im Februar schneite es fast ohne Unterlass. Dann kam im März auch noch Tauwetter dazu. Das wurde einer Autofahrerin zum Verhängnis, die auf ihrem Weg zur Arbeit von einer Dachlawine überrascht wurde. Als sie an einem Einfamilienhaus vorbeikam, krachten plötzlich Schnee und Eis auf den fahrenden Wagen nieder. Zum Glück blieb die Frau unverletzt, doch das Autodach war demoliert.

Für die Reparaturkosten sollte die Hauseigentümerin geradestehen, weil sie auf dem Dach keine Schneefanggitter angebracht hatte. Die Autofahrerin klagte auf Schadenersatz. Doch das Landgericht winkte ab: In der Gemeinde L. seien Schneefanggitter weder vorgeschrieben, noch üblich. Auch die Nachbarn hätten keine. Zudem habe das Hausdach nur einen Neigungswinkel von 24 Grad.

Dieser Argumentation stimmte das Oberlandesgericht (OLG) Jena zu, das über die Berufung der Autofahrerin zu entscheiden hatte (2 U 202/08). Trotzdem müsse die Hauseigentümerin einen Teil des Schadens übernehmen, urteilte das OLG. Denn sie hätte angesichts der ungeheuren Schneemassen auf dem Dach besondere Schutzmaßnahmen treffen müssen.

In so einer prekären Lage müsse man notfalls mit Stangen und Schaufeln das Dach von Schnee und Eis befreien. Schließlich war Tauwetter vorhergesagt worden; Rundfunk und Fernsehen hätten darüber berichtet. Außerdem liege zwischen Haus und Straße weder ein Vorgarten, noch ein Gehweg. Dass überhängendes Eis an so einem Gebäude Fahrzeuge gefährde, sei offenkundig.