Autoantenne pfeift im Fahrtwind

Bei einem neuen Cabrio der Luxusklasse stellt das einen Mangel dar

onlineurteile.de - Stolze 98.000 Euro kostete das neue Cabrio, das sich die Kundin eines Autohauses im Juni 2007 gönnte. Deshalb war sie auch nicht bereit, es als Lappalie abzuhaken, dass die Autoantenne beim Fahren einen Pfeifton von sich gab. Drei Mal brachte die Kundin den Wagen zum Autohändler und reklamierte störende Fahrgeräusche. Da sie nicht beseitigt werden konnten, wollte die Frau den Kauf rückgängig machen.

Der Autohändler bestritt einen Mangel des Fahrzeugs und fand, das Cabrio "entspreche dem Stand der Serie". Nun verklagte ihn die Käuferin auf Rückzahlung des Kaufpreises. Zu Recht, wie das Landgericht Coburg entschied (22 O 513/07). Bei einem Neuwagen dieser Klasse seien Störgeräusche, die man sogar bei geschlossenem Verdeck deutlich höre, ein gravierender Mangel. Die Käuferin dürfe deshalb vom Kaufvertrag zurücktreten.

Ein Sachverständiger erläuterte während des Verfahrens, dass beim Einschalten des Autoradios automatisch eine Stabantenne ausgefahren werde, die das pfeifende, surrende Geräusch verursache. Dem Hersteller sei der Mangel offenbar auch schon bewusst: Bei den ganz neuen Fahrzeugen dieses Typs werde nämlich besagte Stabantenne schon gar nicht mehr verwendet. Seit Januar 2008 biete das Unternehmen Käufern des Cabrios an, die Antenne umzurüsten. Das koste allerdings 3.700 Euro extra.

Darauf müsse sich die Kundin angesichts des hohen Kaufpreises des Cabrios auf keinen Fall einlassen, erklärte das Landgericht.