Autodiebstahl in Danzig

Wer aus dem Wagen aussteigt und den Schlüssel stecken lässt, handelt grob fahrlässig

onlineurteile.de - Während eines Kurzurlaubs in Danzig wurde ein deutscher Reisender seinen Audi A 8 "los". Dabei machte er es dem Dieb nicht gerade schwer: Der Mann stieg aus dem Wagen aus, ließ den Zündschlüssel stecken und ging um den Wagen herum, um sich mit einem Passanten zu unterhalten. Der Täter konnte in das Auto einsteigen, ohne dass es der Besitzer merkte - und wegfahren.

Nun sollte die Kaskoversicherung den Verlust von über 40.000 Euro ausgleichen. Die aber winkte ab: Der Versicherungsnehmer habe sich den Autodiebstahl selbst zuzuschreiben. Bei so leichtsinnigem Verhalten entfalle der Versicherungsschutz. So sah es auch das Oberlandesgericht (OLG) Rostock, das die Zahlungsklage des Bestohlenen gegen die Versicherung abwies (5 U 153/08).

Wer den Zündschlüssel stecken lasse und dann auf die Beifahrerseite gehe - wo er im Fall des Falles nicht eingreifen könne -, handle grob fahrlässig, so das OLG. Zudem sei es mittlerweile allgemein bekannt, dass in Polen Fahrzeugdiebstähle "gang und gäbe" seien. "Gerade in Polen muss damit gerechnet werden, dass Personen unterwegs sind, die gezielt nach Möglichkeiten zum Fahrzeugdiebstahl, insbesondere von Luxusfahrzeugen, Ausschau halten oder spontan eine passende Gelegenheit ausnutzen".