Autounfall mit Totalschaden

Steuerlich ist der Wertverlust absetzbar, doch Versicherungsleistungen werden angerechnet

onlineurteile.de - Ein Angestellter verschuldete während einer Dienstfahrt einen Autounfall. Sein (Privat-)Wagen wurde so schwer beschädigt, dass es sich nicht mehr lohnte, ihn zu reparieren. Die voraussichtlichen Reparaturkosten hätten den Wiederbeschaffungswert überschritten.

Als er beim Finanzamt seine Einkommensteuererklärung abgab, deklarierte der Mann die Differenz zwischen dem Zeitwert des Autos vor und nach dem Unfall als steuermindernde Werbungskosten. Die Summe, die er von der Kfz-Versicherung nach dem Unfall kassiert hatte, berücksichtigte er nicht.

Doch die Finanzbeamten taten dies sehr wohl. Sie lehnten es ab, den Wertverlust als Werbungskosten anzuerkennen: Wenn man die Leistungen der Kfz-Versicherung anrechne, bleibe nichts übrig, was man noch als Verlust durch den Unfall vom zu versteuernden Einkommen abziehen könnte. Die Klage des Angestellten gegen den Steuerbescheid hatte beim Finanzgericht Rheinland-Pfalz keinen Erfolg (3 K 1699/05).

Leistungen privater Versicherungen stellten im Prinzip kein zu versteuerndes Einkommen dar, so die Finanzrichter. Hier lägen die Dinge jedoch anders. Den Wertverlust durch den Unfall müsse der Steuerzahler nicht selbst tragen, weil ihn das Versicherungsunternehmen dafür entschädigt habe. Der Angestellte stehe durch diese Zahlung wirtschaftlich nicht schlechter da als vor dem Unfall. Die Entschädigung ersetze also die Werbungskosten.