Autounfall: Mithaftender Unfallgeschädigter ...

... lässt seinen Fahrzeugschaden von seiner Vollkaskoversicherung regulieren

onlineurteile.de - Zwei Autos krachten zusammen. Nach den Ermittlungen der Polizeibeamten stand zwar der Unfallverursacher fest; doch haftete auch der Unfallgeschädigte (wegen Mitverschuldens an dem Unfall) anteilig für den Schaden. Er rechnete den Schaden an seinem Auto über seine Vollkaskoversicherung ab. Gleichzeitig bat der Unfallgeschädigte den Haftpflichtversicherer des Unfallgegners schriftlich, baldmöglichst mitzuteilen, in welchem Umfang er den Schaden regulieren werde, darunter auch den finanziellen Verlust durch die Rückstufung in der Vollkasko.

Der Haftpflichtversicherer fand dieses Vorgehen nicht korrekt. Der Unfallgeschädigte habe gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen, warf ihm das Unternehmen vor, indem er die Vollkaskoversicherung in Anspruch nahm. Er hätte stattdessen warten müssen, bis man ihm Regulierungsbereitschaft signalisierte. Der Geschädigte müsse dem Schädiger Gelegenheit geben, höhere Kosten abzuwenden.

Schließlich klagte der Unfallgeschädigte auf Schadenersatz und setzte sich beim Bundesgerichtshof durch (VI ZR 247/05). Begründung: Hafte der Unfallgeschädigte anteilig für den Unfallschaden mit, müsse er ohnehin einen Teil davon selbst tragen. In so einem Fall sei es daher gleichgültig, ob er den selbstverschuldeten Schadensanteil direkt vom Vollkaskoversicherer decken lasse oder ob er vorher abwarte, bis ihm der Haftpflichtversicherer des Unfallgegners seine "Regulierungsbereitschaft signalisiere". Denn der Rückstufungsschaden in der Vollkasko trete so oder so ein; der Haftpflichtversicherer des Schädigers müsse ihn ersetzen.

Das Verhalten des Unfallgeschädigten sei in keiner Weise zu beanstanden: Hafte der Unfallgeschädigte mit, reguliere der Haftpflichtversicherer des Unfallgegners den Schaden in der Regel nicht sofort. Meist stelle er erst eigene Ermittlungen zum Unfall und zur Schadenshöhe an. Dies abzuwarten, sei für einen Unfallgeschädigten nicht zumutbar. Habe er eine Vollkaskoversicherung, sei es daher naheliegend, diese in Anspruch zu nehmen, um das Geld für die Reparatur des Wagens schneller parat zu haben.