"Bad Taste Bears"

Anrüchige Teddybären verändert oder kopiert?

onlineurteile.de - Ein Engländer schuf die sechs Hauptdarsteller dieses Rechtsstreits um Urheberrechte: "Randy, Bennie, Dee Dee, Cameron, Ewan und Willy", die "Bad Taste Bears" - Teddybären, die durch frivoles Outfit oder ihre unanständige Haltung auffallen und provozieren sollten. Die Provokation kam offenbar in Deutschland gut an: Von einer deutschen Firma werden die Bären erfolgreich als Plüschtiere, Plastikfiguren und Textilaufdrucke vertrieben. Da sind Nachahmer meist nicht weit: Andere Unternehmen produzierten Shorts mit ähnlichen Motiven und Designs unter dem Namen "Sado-Maso-Bär". Der deutsche Vertreiber bekämpfte die "unzulässigen Plagiate" und forderte Schadenersatz.

Doch die Richter des Landgerichts München I betonten vor allem die unterschiedliche Gestaltung und wiesen die Klage ab (7 O 21255/04). Die Originale (Reihe links) stellten sehr auf das ursprüngliche Aussehen von Stoff-Teddy-Bären und deren beschränkte Mimik ab. Nur einige wenige Utensilien stellten die Bären in einen "anrüchigen" Kontext.

Im Unterschied dazu zeichneten sich die vermeintlichen Plagiate (Reihe rechts) wie richtige Comic-Figuren durch individuelle Gestaltung aus. Das seien Bären-Charaktere mit individuellem Ausdruck und einem sofort zu erkennenden "Look". Übernommen habe der "Kopierer" nur die Motive des englischen Bären-Erfinders. Er habe diese aber mit einem völlig anderen Ansatz frei bearbeitet. Von einem Plagiat könne daher keine Rede sein.