BAG zur Gleichbehandlung der Geschlechter:

Wenn Lehrer bessere Verträge haben als Lehrerinnen ...

onlineurteile.de - Leisten Männer eigentlich bessere Arbeit als Frauen? Diese Frage stellte sich die Lehrerin einer Schule, in der sie als Angestellte arbeitete. Außer ihr beschäftigte der Träger der Schule, ein privater Verein, eine weitere Lehrerin und vier Lehrer. Einer der Männer war Beamter, die anderen Lehrer hatten Verträge mit beamtenähnlichen Leistungen (Versorgungs- und Beihilfeleistungen, Reise- und Umzugskostenerstattung).

Nur die beiden Frauen hatten einfache Angestelltenverträge. Das fand die Lehrerin ziemlich ungerecht vom Arbeitgeber. Das könne ja wohl nichts damit zu tun haben - wie der Verein behauptete -, dass die Schule zu 90 Prozent von Jungen besucht werde. Die Frau zog vor Gericht, um Gleichbehandlung zu erstreiten.

Und das Bundesarbeitsgericht gab ihr Recht: Es seien keine sachlichen Gründe dafür erkennbar, dass an dieser Schule Frauen schlechtere Verträge hätten als Männer (9 AZR 943/06). Jede Diskriminierung aufgrund des Geschlechts sei verboten. Die Ausrede des Vereins - er könne es sich nicht leisten, alle Lehrer zu beamtenähnlichen Konditionen zu beschäftigen - lasse offen, weshalb gerade die Frauen den Kürzeren zogen. Wenn das Argument stimme, müsse der Verein eine faire Auswahl treffen. Ein hoher Jungenanteil bei den Schülern rechtfertige es jedenfalls nicht, Männer beim Gehalt zu bevorzugen.