Batterie läuft aus und verätzt Autoboden

Der Kunde hatte die Warnhinweise zum Transport ignoriert ...

onlineurteile.de - Ein Münchner kaufte in einem Baumarkt eine Autobatterie. Auf der Verpackung waren sechs Warnzeichen ("Piktogramme") aufgedruckt. Eines der Bildsymbole warnte vor der "Verätzungsgefahr". "Achtung! Gebrauchsanweisung lesen!" stand gleich daneben. Die Gebrauchsanweisung war seitlich mit Klebestreifen an der Batterie befestigt. Den guten Rat, sie zu lesen, befolgte der Kunde jedoch nicht.

Ansonsten hätte er - unter dem Stichwort: "Lagerung und Transport" - erfahren, dass die Batterie kippsicher gelagert und transportiert werden musste, damit keine ätzende Säure austritt. Denn an den Schmalseiten der Batterie befanden sich kurz unter der Oberkante Entlüftungslöcher, um Überdruck durch Gase zu vermeiden. Durch diese Öffnungen konnte Säure entweichen.

In einem geliehenen Transporter fuhr der Kunde nach Hause, die Batterie stellte er in den Fußraum hinter dem Fahrersitz. Als er sie anschließend herausnehmen wollte, war die Batterie umgefallen. Prompt war Säure ausgelaufen und hatte in die Fußbodenverkleidung des Wagens ein fünf Zentimeter großes Loch gebrannt. 1.800 Euro kostete die Reparatur. Dafür verlangte der Münchner Schadenersatz vom Baumarkt: Das Verkaufspersonal hätte ihn über das Risiko informieren müssen, meinte er, Bildchen auf der Verpackung genügten nicht.

Der Kunde hätte problemlos die Gebrauchsanweisung entfernen und lesen können, hielt ihm das Amtsgericht München entgegen (121 C 26450/06). Auf dem Produkt werde auf das "Säure-Risiko" hingewiesen und in der Gebrauchsanweisung alles Wichtige für den Transport erläutert. Damit hätten Hersteller und Verkäufer ihre Aufklärungspflicht gegenüber den Kunden erfüllt. Mehr könne man nicht erwarten. Angesichts der deutlichen Warnung auf der Verpackung müsse der Kunde eben die Gebrauchsanweisung ausnahmsweise schon im Geschäft lesen. Wenn er sie ignoriere, könne er für die Folgen nicht den Verkäufer haftbar machen.