Baumarkt heuert Feuerwehr an ...

... um den Verkauf von Brandschutzartikeln anzukurbeln: Unlauterer Wettbewerb

onlineurteile.de - Ein Baumarkt verteilte bundesweit in seinen Filialen Werbeprospekte, in denen er eine Informationsveranstaltung der "ortsansässigen Feuerwehr" ankündigte. Unter der dicken Überschrift "Soweit darf es nicht kommen! Jetzt vorsorgen!" zeigte ein Foto einen Feuerwehrmann beim Löschen eines Brandes. Im Inneren des Faltblatts warb der Baumarkt für Produkte wie Rauchmelder, Feuerlöscher, Rettungsleitern usw. usf. Ein Verein zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. zog vor Gericht, um ein Verbot der Werbung zu erreichen.

Das Oberlandesgericht Saarbrücken verurteilte den Inhaber der Baumarktkette dazu, die Werbeaktion abzublasen (1 U 125/04). Man wolle hier eine Institution, die in der Bevölkerung besonderes Vertrauen genieße, dafür einspannen, Kunden zum Kauf zu animieren. Informationsveranstaltungen der Feuerwehr seien im Prinzip nötig und wünschenswert, doch so würden Verbraucher unsachlich beeinflusst. Von der Feuerwehr würden die Verbraucher zwar "produktneutral" und sachlich informiert, sie wüssten aber in der Regel über die einschlägigen Produkte nichts. Da die Veranstaltung das Interesse an Brandschutzartikeln wecke, seien die Kunden umso eher geneigt, diese gleich vor Ort zu erwerben, ohne Qualitäts- und Preisvergleiche anzustellen. Deshalb stelle die Werbekampagne "unlauteren Wettbewerb" dar.