Bei Autounfall schwer verletzt

Streit mit der Insassenunfallversicherung um die Höhe der Invaliditätsentschädigung

onlineurteile.de - Ein Autofahrer verursachte einen Unfall, bei dem sein Sohn an Bein und Hüfte schwer verletzt wurde. Die Insassenunfallversicherung überwies 3.758 Euro. Dagegen verwahrte sich der Vater und Versicherungsnehmer. Dem Sohn müsse in absehbarer Zeit eine Hüftgelenksprothese eingesetzt werden. Seine Verletzung sei vergleichbar mit Verlust oder völliger Funktionsunfähigkeit eines Beines. Dafür müsse die Unfallversicherung nach ihrer Gliedertaxe 70 Prozent der Invaliditätshöchstentschädigung zahlen, also eine wesentlich höhere Summe.

Doch das Oberlandesgericht Frankfurt stellte sich auf die Seite der Versicherung und wies die Zahlungsklage des Vaters ab (7 U 178/04). Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks stelle heutzutage einen Routineeingriff mit geringem Risiko dar und werde den Gesundheitszustand des Sohnes mit Sicherheit grundlegend verbessern. Bein und Hüfte seien danach in der Regel wieder uneingeschränkt funktionsfähig.

Dies sei bei der Bemessung des Invaliditätsgrades zu berücksichtigen. Während eine Beinprothese am Verlust des Beines nichts ändere, stelle die Hüftgelenksprothese die Gebrauchsfähigkeit der Glieder wieder her. Mit dem Verlust des Beines sei die Implantation also keineswegs gleichzusetzen.