Beim Kochen fiel der Strom aus

Mieter kürzt wegen unzulänglicher Elektroinstallation die Miete

onlineurteile.de - Waschmaschine und Staubsauger konnte der Mieter gleichzeitig benutzen. Wenn er aber den Elektroherd einschaltete, während noch ein anderes, Strom verbrauchendes Gerät in Betrieb war, sprangen die Sicherungen heraus. Der Mieter beanstandete die Elektroinstallation in seiner Wohnung als mangelhaft und weigerte sich mit dieser Begründung, einer Mieterhöhung von 26,24 Euro monatlich zuzustimmen. Die Vermieterin schickte einen Elektriker, um die Installation zu prüfen. Zugleich nahm sie wegen der Mieterhöhung gerichtliche Hilfe in Anspruch.

Das Amtsgericht Köln entnahm einem Schreiben des Elektrikers, dass der Elektroherd notorisch das Leitungssystem überlastete: Es sei nicht einmal möglich, vier Herdplatten gleichzeitig (ohne Backofen!) zu nutzen. Trotzdem mochte der Amtsrichter hier keinen Mangel der Mietsache erkennen: Denn der Mieter könnte auch einen Gasherd anschließen, fand er, ein Gasanschluss sei vorhanden (222 C 210/05).

Der vom Bundesgerichtshof unlängst geforderte Mindeststandard für Elektroinstallationen in Altbauwohnungen sei gewahrt, da zumindest ein größeres Haushaltsgerät (wie die Waschmaschine) zusammen mit einem zweiten haushaltsüblichen Elektrogerät (wie dem Staubsauger) einsetzbar sei. Die Elektroanlage sei nicht schon deshalb als mangelhaft einzustufen, weil der Mieter die installierte Gasversorgung links liegen lasse und stattdessen einen Elektroherd anschließe, dessen Verbrauch das Leitungssystem überfordere.

Aus diesem Grund wurde der Mieter verurteilt, die Mieterhöhung zu akzeptieren und den Mietrückstand auszugleichen.